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	<title>Jäger im Dialog &#187; Jagdethik</title>
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	<description>Weblog der Jägerstiftung natur+mensch. Engagement für eine lebenswerte Zukunft.</description>
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		<title>Spiel ohne Grenzen?</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 10:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Stahmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[„Technik ist die Erfindung des Überflüssigen“ sagt Ortega y Gasset in seinen „Betrachtungen über die Technik“ und: „Es ist noch nie etwas erfunden worden, weil es gebraucht wurde.“ Wenn wir an die Dampflokomotive, das Auto oder das Flugzeug denken – sie wurden zunächst sehr kritisch gesehen, und ihre Erfinder mussten hart um die Anerkennung ihrer technischen Entwicklungen kämpfen. Heute geht es nicht mehr ohne sie – wir sind zu ihren Sklaven geworden.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über den Einsatz von Technik im Revier</strong></p>
<p><a href="http://wordpress.p108245.webspaceconfig.de/?p=44"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-70" title="Restlichtverstärker" src="http://wordpress.p108245.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/10/nachtbild1-150x150.jpg" alt="Sind Nachtsichtgeräte in Kombination mit Zieloptik bald bundesweit erlaubt?" width="150" height="150" /></a>„Technik ist die Erfindung des Überflüssigen“ sagt Ortega y Gasset in seinen „Betrachtungen über die Technik“ und: „Es ist noch nie etwas erfunden worden, weil es gebraucht wurde.“ Wenn wir an die Dampflokomotive, das Auto oder das Flugzeug denken – sie wurden zunächst sehr kritisch gesehen, und ihre Erfinder mussten hart um die Anerkennung ihrer technischen Entwicklungen kämpfen. Heute geht es nicht mehr ohne sie – wir sind zu ihren Sklaven geworden.</p>
<p><span id="more-44"></span></p>
<p>Auch die Jagd ist vom Faustkeil der Steinzeit bis zum heutigen Zielfernrohr untrennbar mit der Technik verbunden. Die unbewusst immer weiter entwickelte Technik war ja geradezu der Trick, mit dem der Mensch seine natürlichen körperlichen Mängel überspielen und sich zum Herrn über die anderen Tiere machen konnte. Auch viele Tiere haben eine bestimmte Technik des Überlebens für ihre Art entwickelt – der Wanderfalke jagt anders als der Habicht, und das Kaninchen baut sich zum Setzen einen Bau, während der Hase seine Jungen auf dem freien Feld allein lässt. Diese Techniken sind aber artspezifisch und in der Regel unveränderlich, während sich die Technik des Menschen ständig weiterentwickelt hat. Ist der Mensch in seiner Art nicht dadurch auch schon etwas anderes geworden oder ist er auf dem Wege, eine neue Art Mensch zu werden?</p>
<p>Wenn man die Temperatur des Wassers Grad für Grad absenkt, dann geschieht lange Zeit gar nichts, doch bei 0 Grad wird das Wasser plötzlich fest, es wird zu Eis. Die Quantität schlägt in Qualität um. Beim Wasser wissen wir, bei welchen Graden nach unten oder oben sich die Qualität des Wassers ändert – beim Menschen sind wir nicht sicher, wann und ob im Verlauf der Technikentwicklung so etwas geschieht oder vielleicht geschehen ist.</p>
<p>Was sich beim Menschen zuerst ändert, ist die Beziehung zur Natur, und das gilt vor allem für den Jäger. Es ist vom Erlebnis her ein gewaltiger Unterschied, ob der Steinzeitjäger mit seinem Faustkeil dem Wildtier direkt gegenübersteht, oder ob der moderne Jäger mit Präzisionsgewehr und Zielfernrohr seinen Bock auf  Entfernungen tötet, die jeden seelischen Kontakt ausschließen. Wenn er ihn dann nicht einmal selbst nachsucht und aufbricht, dann ist das reine Technik und weit weg von der Natur. Das Gleiche gilt natürlich für die „zeitgemäßen“ Massenjagdveranstaltungen, bei denen es praktisch nur noch auf das Schießen – die reine Technik – ankommt. Oder für das Nachtsichtgerät, mit dem man dem lieben Gott ins Handwerk pfuscht und die Nacht zum Tage macht. Wo ist die Grenze, wo der homo sapiens zum homo technicus wird und seine arteigene Seele verliert? Wann wird das Waidwerk zur Abschussfabrik wie das Handwerk zur Industrie wurde?</p>
<p>„Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er es beim Kragen hätte,“ sagt Mephistopheles in Auerbachs Keller. Hat die Technik uns Jäger auch bereits am Kragen, ohne dass wir es gemerkt haben?</p>
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