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	<title>Jäger im Dialog &#187; Gott</title>
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	<description>Weblog der Jägerstiftung natur+mensch. Engagement für eine lebenswerte Zukunft.</description>
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		<title>St. Hubertus &#8211; Jagen in wessen Geist?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 13:47:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf Adler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Hubertustag veröffentlichen wir einen Auszug aus einer Predigt von Rolf Adler von 2003 &#8211; heute noch so aktuell wie vor sieben Jahren: Für Jägerinnen und Jäger, die heute mit dem Anspruch jagen, etwas Sinnvolles und Nützliches zu tun, bleibt Hubertus der Stachel im geschäftigen Fleisch. Eine Art Dorn, der durch Lederhose und Lodenjoppe geht. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://jaeger-im-dialog.de/2010/11/02/st-hubertus-jagen-in-wessen-geist/"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-129" src="http://jaeger-im-dialog.de/wp-content/uploads/2010/11/hubertuslegende-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Zum Hubertustag veröffentlichen wir einen Auszug aus einer Predigt von Rolf Adler von 2003 &#8211; heute noch so aktuell wie vor sieben Jahren:</em></p>
<p>Für Jägerinnen und Jäger, die heute mit dem Anspruch jagen, etwas Sinnvolles und Nützliches zu tun, bleibt Hubertus der Stachel im geschäftigen Fleisch. Eine Art Dorn, der durch Lederhose und Lodenjoppe geht. Hubertus repräsentiert die Frage, nach welchen Mustern wir uns in unserem Alltag aufstellen. Welche Anteile an Natur und Geist, an Natur und Schöpfung wir in uns zusammenbringen. Bringen wir sinnvolles Handeln zustande, haben wir Perspektiven, erarbeiten wir Sinn, oder agieren wir selbstbezüglich und geistlos an den Objekten der Natur?<span id="more-128"></span></p>
<p>Die Jagd als leichtsinniges und zeitvertreibendes Hobby, als reiner Selbstzweck und pure Belustigung fällt aus den Möglichkeiten einer verantwortlichen Existenz heraus. Denn verantwortliche Jagd ist immer eingebunden in die Frage, zu wessen Nutzen und in wessen Geist gejagt wird.</p>
<p>Jägerinnen und Jäger erfüllen einen Auftrag. Sie arbeiten heute an einer Balance, die Gott einst anders geregelt hatte. Die der Mensch als Teil der Natur umgeordnet und auch in Unordnung gebracht hat. Und die sich nun als Aufgabe an ihn und zum Teil auch gegen ihn richtet. Was wäre wohl auf unseren Feldern los, wenn wir dem Schwarzwild nicht nachstellen würden? Wir hätten als Landwirte noch mehr vergebliche Arbeit und Mühe. Und letztendlich würde die Natur in einem großen Seuchenzug selbst die Bestände lichten. Sie würde zu einem Mittel greifen, das vor unseren Hausschweinbeständen nicht Halt machen würde.</p>
<p>Was heißt es hier, an dieser konkreten Stelle, verantwortlich zu handeln? Die Natur sich selbst überlassen &#8212; ? Oder Schwarzwild intensiv bejagen und das Fleisch einer sinnvollen Verwendung zuführen?</p>
<p>Aus dieser Begründung für den Sinn der Jagd ergeben sich aber Verantwortlichkeiten auch auf anderen Gebieten unserer Arbeit in den Revieren. Jägerinnen und Jäger haben es zu unterlassen, Bestände künstlich zu päppeln. Wer an der einen Stelle glaubwürdig sein will (sinnvolle Jagd auf Schwarzwild) darf sich auf der anderen Seite nicht unglaubwürdig machen (Fütterungen und Kirrungen, die schwach konstituierte Kreaturen über den Winter bringen).</p>
<p>Die Natur schneidet sich ins eigene Fleisch, wenn es ihrer Gesundheit dient. Und wenn wir der Natur ins Fleisch schneiden, dann stellt sich ebenfalls die Frage, wessen Gesundheit und Gesundung dient unser Tun? Wer als Mensch das Leben eines Tieres nutzt, in dem er das Tier für sich arbeiten lässt oder dessen Leben nimmt, ist mit der Frage nach dem Wie und Wozu konfrontiert. Wir können uns als Menschen von dieser Frage nur dispensieren um den Preis, Lebenssinn und Lebensqualität zu verlieren. Hubertus, der sich diesen Dispens selbst erteilt hatte, wurde durch Gott selbst überwunden und zurecht gebracht.</p>
<p>Die Frage nach einem verantwortlichen Umgang des Menschen mit der Natur ist aber nicht befriedigend zu beantworten, in dem man den Regelkräften der Natur immer und in jedem Fall den Primat einräumt. Solche Leichtfertigkeit im Umgang mit unserer Verantwortung grenzt an Einfältigkeit. Als Menschen sind und bleiben wir Teil der Natur. Unser Handeln an der Natur bleibt immer ein Stück Natur, schließlich ist der Mensch selbst ja Produkt der Natur, wenn auch ein besonders geformtes und ausgestattetes. In den ethischen Entwürfen, die in jedem Fall eine Zurückhaltung des Menschen fordern, wohnt ein großes Maß an Überheblichkeit. Denn was ist der Mensch, dass er sich als Teil der Natur davon dispensieren kann, Verantwortung für die Natur und damit für sich selbst zu übernehmen? Oder anders gefragt: Wann findet der Mensch zu seiner schöpferischen Bestimmung: wenn er sich passiv verhält oder wenn er aktiv Verantwortungsbereiche ausfüllt, die ihm durch sein Vermögen und durch seine Begabung zukommen?</p>
<p>Wäre der Verzicht auf eine verantwortungsgebundene Jagd ein Zeichen für eben diese Verantwortung oder nur leichtfertige Vernachlässigung? Wird das natürliche Freiheitsrecht der wildlebenden Tiere durch die Jagd missachtet, oder ist die Jagd ein Teil der Natur selbst und damit natürliche Begrenzung jener Freiheit? Stehe ich als Jägerin und Jäger in einem schöpferischen Dienstverhältnis?</p>
<p>Ethisch zu existieren und dem eigenen Leben eine Wertesignatur zu geben, heißt nicht, alles ein für allemal und heute beantworten zu können. Auch sind wir nicht gezwungen, in jedem Fall ein arrogantes Nein oder Ja vor uns herzutragen. Wer so handelt, handelt ideologisch, nicht ethisch. Die Figur des Hubertus steht für die Lern- und Wandelfähigkeit unserer Existenz. Er steht für das Vermögen, als falsch Erkanntes morgen anders zu machen und zu beurteilen. Gott legt uns nicht auf Standpunkte fest.  Er ermuntert, belebt, ermutigt zu neuem Denken und Leben.</p>
<p>Ich wünsche uns als Jägerinnen und Jäger, dass wir diese Offenheit erleben. Aber eben nicht als Zufall einer sich selbst genügenden Existenz, sondern als Ergebnis der intensiven Frage danach, wie Gott uns als Teil dieser Schöpfer in der Schöpfung gedacht hat.</p>
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