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Erfolgreicher Artenschutz läuft ohne Fangjagd ins Leere

Veröffentlicht am 10.08.2011 von Jochen Borchert

Niesters

Foto: H. Niesters

- Fangjagd nur mit erforderlicher Sachkunde -

Um den Schutz bedrohter Arten in der heutigen Zeit so weit als möglich sicher zu
stellen, ist es für jeden Revierinhaber und berechtigten Jäger unerlässlich,
das Raubwild dort, wo es vorkommt, stark zu bejagen .

Der Gesetzgeber in den Ländern denkt aber über eine Einschränkung bzw. ein Verbot der Fangjagd nach.  Das hätte jedoch zur Folge, dass bei uns vorkommende Raubwildarten wie Füchse und  Marder oder die Zuwanderer Waschbär und Marderhund sich noch schneller vermehren und ausbreiten.  Da diese Tiere eine versteckte, überwiegend nachtaktive Lebensweise haben, kann man sie mit der Schusswaffe nicht ausreichend bejagen. Die Artenvielfalt in der Tierwelt wäre ohne Ausübung der Fangjagd stark bedroht.

Denn es liegt nun einmal in der Natur der Beutegreifer, dass sie, anders als der Jäger, ihre Nahrungssuche ohne Rücksicht auf seltene oder gefährdete Arten und ohne Beachtung von Jagd- und Schonzeiten ausüben. So sind es ganz besonders oft –und für den Artenschutz schmerzlich- streng geschützte Arten, die zur Beute werden und somit immer stärker in ihrer Existenz bedroht werden.

Die Wissenschaft weiß längst, dass es in unseren Kulturlandschaften kein natürliches Gleichgewicht im Zusammenleben der Arten mehr gibt. Wollen wir den Verlierern der Kulturlandschaft (vielen Bodenbrütern, Hase oder Rebhuhn) helfen, müssen wir dem Populationsanstieg der Gewinner (wie Fuchs, Marderhund, Waschbär) aktiv begegnen. Und dies geht ohne Fallen nun mal nicht!

Wichtig ist, dass die Fangjagd nur ein ausgebildeter Jäger ausübt, der sein Revier genau kennt, und der auch bereit ist, sich immer wieder erneut fortzubilden und die von den jagdlichen Vereinigungen angebotenen Fortbildungslehrgänge zu besuchen, um sich auf dem Gebiet der Fangjagd laufend sachkundig zu halten. So kann sichergestellt werden, dass alle  Anforderungen des Tierschutzes bei der Fangjagd erfüllt werden.

Zur Fangjagd dürfen nur Fallen verwendet werden, die aufgrund ihrer Bauart das Wild entweder unversehrt lebend fangen oder augenblicklich töten. Alle anderen Arten von Fallen sind verboten. Der Gesetzgeber hat längst Normwerte für alle
zugelassenen Fallentypen festgelegt. Nur solche Fallen dürfen zum Einsatz kommen.

Stellen Landesregierungen, ähnlich wie reine Tierschutzorganisationen,  die Verwendung von Fallen in Frage,  müssen sie auch die Verantwortung für die absehbaren Konsequenzen im Artenschutz übernehmen. Der Schaden an der Natur ist möglicherweise irreparabel. Auch wenn die verantwortlichen  Politiker dann schon lange nicht mehr in der Verantwortung stehen.

 

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6 Kommentare

  1. Florian sagt:

    Diesem Artikel liegt eine ewig falsche Behauptung zu Grunde, nämlich dass Räuber die Anzahl ihrer Beute beeinflussen. Es ist bemerkenswert, wie nach wie vor an dieser nachweislich falschen Behauptung festgehalten wird.
    Ein Blick in ein Ökologiebuch schafft hier Abhilfe: Die Anzahl an Beutetieren wird hauptsächlich durch Faktoren wie innerartliche Konkurrenz, Parasiten, Nahrungsangebot oder Krankheiten beeinflusst und nicht durch die Zahl an Räubern. Vielmehr hängt die Zahl an Räubern von der Zahl der Beutetiere ab (Lotka-Volterra).
    Die Bejagung von Raubtieren hilft daher nicht andere Arten zu schützen. Es sind nicht die Räuber, die in unserer Kulturlandschaft Arten ausrotten, sondern es ist der Mangel an geeignetem Lebensraum. Folglich erübrigt sich auch die Fallenjagd mit all ihren z.T. negativen Folgen für die Tiere.

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    • Prinzipiell richtig!
      Aber die bei uns bejagbaren Raubwildarten sind im wesentlichen Nahrungsgeneralisten, d. h. sie sind nicht von einer Beutetierart abhängig. Das ist jedoch Voraussetzung für eine klare Beziehung nach Lotka-Volterra.
      Unsere Räuber wie der Fuchs jagen, was sie erbeuten können. Normalerweise sind das übwerwiegend Kleinsäuger wie Mäuse. Die unterliegen jedoch großen Bestandsschwankungen, einer Massenvermehrung folgt ein Bestandstief. Da die Füchse aber überleben wollen, erbeuten sie im Bestandstief der Mäuse andere Arten darunter auch seltene Arten. Die verstärkte Prädation in einem Bestandstief der Mäuse kann für diese Arten das ‘Aus’ bedeuten. Um diese gefährdeten Arten zu erhalten, ist eine Bejagung der ungefährdeten Raubwildarten auch mit der Falle notwendig.

      Solange es einen Mangel an geeigneten Lebensräumen gibt, sollte auch Ihrer Argumentation folgend die Fallenjagd weiter ausgeübt werden.

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      • Florian sagt:

        Es ist bisher in keinem Fall nachgewiesen, dass der Fuchs zu einer Ausrottung einer anderen Art geführt hat. Dafür ist ausschließlich menschliches Handeln und Lebensraumzerstörung verantwortlich.
        Zudem dürfte mittlerweile klar sein, dass man die Fuchsdichte mit jagdlichen Mitteln nicht regulieren kann. Je mehr Füchse durch Jagd oder Unfälle sterben, desto stärker steigt die Geburtenrate. Andersherum führt eine sinkende Sterblichkeit durch soziale Regulationsmechanismen der Fuchspopulationen zu weniger Nachwuchs. Von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zur vermeintlichen Bestandsreduktion zu bejagen, kann also keine Rede sein (Quelle: http://www.schonzeit-fuer-fuechse.de/). Ich finde, dass es diese Formulierung ganz gut auf den Punkt bringt, daher das Zitat.

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    • verwaltung sagt:

      Diese Diskussion wurde schon unter dem Blogthema “Fuchs und Co und der Artenschutz” geführt, siehe dort.

      Der Landesjagdverband hat im September 2011 ein Bodenbrütersymposium durchgeführt. Hierzu wird derzeit ein Tagungsband vorbereitet. Die Ergebnisse vorab sind nachzulesen im Rheinisch-Westfälischen Jäger 11/2011, Seite 7-8, und nachfolgend zu lesen:

      Bodenbrütersymposium am 28. September:

      Ohne Prädatorenbejagung geht es nicht!

      Dies war der Konsens auf dem LJV-Bodenbrüter-Symposiums in Arnsberg-Neheim am 28. September. Namhafte Experten des deutschsprachigen Raumes stellten gemeinsam fest, dass Schutzziele, seien sie nun jagdlicher Art oder dem Naturschutz unterstellt, oftmals nur durch massive Reduktion der Prädatoren erreicht werden können. Dabei ist die Fallenjagd in vielen Fällen unverzichtbar.

      Rund 110 Teilnehmer konnte Jochen Borchert, Präsident des Landesjagdverbandes NRW (LJV), zu dem Symposium begrüßen. Ein Zeichen wie sehr dieses Thema den Praktikern unter den Nägeln brennt. Und so forderte Borchert auch praxisnahe Lösungen. Die Prädatorenbejagung könne ein Übermaß an Beutegreifern verhindern, um jagdbare Arten ebenso wie seltene Bodenbrüter und andere geschützte Arten und damit auch das ökologische Gleichgewicht zu schützen, so Borchert.

      Doch was sind eigentlich „Prädatoren“? Und wie stellt sich der Sinn oder Unsinn der Prädatoren-/Beutegreiferbejagung aus wildbiologischer Sicht dar? Wie Prof. Dr. Klaus Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität Wien verdeutlichte, wird der Begriff „Prädator“ oftmals synonym mit „Beutegreifern“ verwendet. Doch das ist genau genommen nicht richtig. „Ein Prädator ist ein Organismus, der sich von anderen, noch lebenden Organismen ernährt“, erklärte der Biologe. „Also beispielsweise auch eine Stechmücke oder ein Hirsch, der eine Tanne verbeißt. Es kommt also nicht automatisch zum Tod der Beute.“ Dies sei erst bei echten Räubern, den Beutegreifern, der Fall.

      In seinem Vortrag verdeutlichte der Wissenschaftler, dass vielfach zu simpel gedacht und dabei zu schnell in „Gut“ und „Böse“ unterschieden werde. So hänge es nicht nur von dem Prädator Fuchs ab, ob es Rebhuhn oder Feldhase gut gehe. Einflussfaktoren seien auch der Lebensraum mit seinem Angebot an Nahrung und Deckung, Krankheiten sowie das Wetter.

      Die Beeinflussung eines Einflussfaktors führt in den meisten Fällen nicht zu einer positiven Beeinflussung einer Wildtierpopulation. Z. B. eine alleinige Prädatorenbejagung wird nicht zu einer Erholung einer Wildart führen. Die Kombination von Lebensraumverbesserung und einer Prädatorenbejagung kann dagegen zu einer Erholung der Wildart führen.

      Fest steht, dass die Bestände an Prädatoren und deren Artenzahl in NRW zunehmen. Das verdeutlichte anschaulich Dr. Jürgen Eylert von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung in Bonn. Die Analyse von den Jagdstrecken könne wichtige Informationen über den Zustand der jeweiligen Wildart liefern. Wichtig sei allerdings dabei, dass man auch die Entwicklung der Fallwildzahlen berücksichtigt. Ist z. B. die Jagdstrecke einer Wildart rückläufig und steigen dagegen die Fallwildzahlen in dem gleichen Zeitraum an, so ist die Wildart in seinem Bestand nicht gefährdet.

      Nicht nur „Neubürger“ wie Waschbär und Marderhund seien im Aufwärtstrend, auch andere Arten wie Luchs oder Wanderfalke kehrten zurück. Wobei dies nicht einmal von Nachteil sein müsste. „Vielleicht ist der Luchs ja sogar vorteilhaft in Sachen Waschbär“, gab Eylert zu bedenken.

      Die „Waschbär-Hochburg“ in NRW ist der Kreis Höxter, in dem z. B. im Jagdjahr 2008/2009 mit gut 3450 Kreaturen die Hälfte der Jagdstrecke von ganz NRW erzielt wurde.

      Waschbären sind Allesfresser. Etwa 40 % ihrer Nahrung ist pflanzlicher Art und etwa 60 % ist tierische Nahrung – darunter zur Hälfte Wirbeltiere – berichtete Dr. Burkhard Beinlich. Als Leiter der Landschaftsstation im Kreis Höxter referierte er über Schäden, die diese invasive Art in den Naturschutzgebieten anrichtet. Demnach gehören Grasfrosch und Erdkröte scheinbar zu den bevorzugten Delikatessen der Kleinbären. Bei Erdkröten blieben ganze „Schlachtplätze zurück. Anhand dieser ließe sich ermitteln, dass innerhalb von drei Nächten bis zu 800 Erdkröten „verspeist“ wurden. Auch Steinkauz, Wendehals, Flussregenpfeifer und selbst Nilgänse seien vor den Waschbären nicht sicher. Ohne ein entsprechendes Management, wie z. B. Verbesserung des Lebensraumes (größere Wasserflächen), für Waschbären nicht zugängliche Krötenüberquerungsbereiches und die Bejagung in enger Kooperation mit den Jagdpächtern, die an den Randbereichen der Schutzgebiete Lebendfallen aufstellen, können sich nach Dr. Beinlich die Erdkröten und Grasfrösche nicht auf einem höheren Niveau stabilisieren.

      Ohne Jäger und Fallenjagd lässt sich auch im Zwillbrocker Venn, einem Naturschutzgebiet im Kreis Borken, kein Schutz bedeutsamer Vogelarten betreiben. „Es reicht nicht, Füchse nur mit der Waffe zu bejagen“, sagte Dr. Dietmar Ikemeyer, Geschäftsführer der Biologischen Station Zwillbrock im Kreis Borken. Auch die Fallenjagd sei erforderlich, um die Bodenbrüter und ihre Gelege zu schützen.

      Weiterhin wies er daraufhin, dass beim Management nicht nur die Auswirkung einer Maßnahme gegen einen Prädator, sondern auch die Auswirkung auf die zu schützende bzw. begünstigende Art berücksichtigt werden muss. So muss z. B. bei der Umzäunung von Flachgewässern – um den Zugang des Fuchses zu einer Insel zu verhindern – auch das Verhalten der Wasser- und Wiesenvögel berücksichtigt werden. Ansonsten wird nicht nur der Fuchs durch die Umzäunung von der Inseln fern gehalten, sondern die Insel kann dann auch nicht mehr von den Wasser- und Wiesenvögeln aufgesucht werden.

      Mit kleinen Flößen als Nisthilfe und viel Aufwand wird das einzige Brutvorkommen von Trauerseeschwalben in NRW im Gebiet des Bienener Altrheins im Kreis Kleve unterstützt. Das verdeutlichte Dr. Ulrich Werneke, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Kleve.

      Er zeigte anschaulich, dass für die Erkennung einer Ursache für die Gefährdung einer Art, die intensive Untersuchung des betroffenen Gebietes entscheidend ist.

      So hatten Sichtbeobachtungen und die Analysen von Fährten eines Marderhundes diesen zunächst als Verantwortlichen für den Rückgang einer Trauseeschwalbenkolonie in Verdacht gebracht.

      Daraufhin wurden mittels einer Ausnahmegenehmigung über die Untere Landschaftsbehörde sechs Lebendfangfallen aufgestellt, die von den örtlichen Revierinhabern betreut wurden.

      Weitere Untersuchungen ergaben, dass Waldohreulen die Nester geplündert und durch die Laichaktivität von Karpfen die Eier von den Nisthilfen gerollt waren, und somit den Bruterfolg der Trauerseeschwalbe gemindert hatten. In diesem Fall war die falsche Arte unter Verdacht geraten.

      Interessante Einblicke in den Schutz von Seevögeln auf den Inseln an Nord- und Ostsee gab Uwe Schneider vom Verein Jordsand mit Sitz im schleswig-holsteinischen Ahrensburg. So können auf den Inseln z. B. eingeschleppte Hausmäuse und Ratten zum Erlöschen von ganzen Vogelpopulationen führen, da ihnen dort die natürlichen Feinde fehlen.

      Insbesondere auf Sylt haben in früheren Jahren viele verschiedene Vogelarten gebrütet. Dass dies heute nicht mehr der Fall ist, läge nicht an den Touristen, sondern sei dem Bau des Hindenburgdammes geschuldet, durch den Prädatoren wie z. B. der Fuchs auf die Insel gelangten. Aber auch die Förderung bestimmter Vogelarten kann anderen Vögeln das Leben schwer machen, wie Schneider an dem Beispiel der Förderung des Wanderfalkens deutlich machte. So sei mittlerweile jeder Leuchtturm und jede Bake mit einem Wanderfalkenkasten ausgestattet. „Seevögel sind Traditionsbrüter. Aber wenn sie einmal verscheucht sind, dauert es Jahrzehnte, sie wieder anzusiedeln“, erklärte der Vogelschützer. Was ein Verbot der Jagd bewirken kann, verdeutlichte er am Beispiel eines Naturschutzgebietes im Bereich der Schleimündung. Die Halbinsel am nördlichen Ufer der Schleimündung sei in den 1980er-Jahren ein „Traumgebiet“ für Brutvögel gewesen. „Dann wurde die Jagd verboten. Seitdem ist die Brutvogelwelt auf fast null herunter“, berichtete Schneider, und betonte: „Wir sind als Naturschützer auf die Unterstützung der Jäger angewiesen.“

      Ihr Rolf Eversheim

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  2. Florian sagt:

    Als Außenstehender stelle ich fest, dass ein Interessenverband zu einem Symposium einlädt, wo natürlich die Dinge bestätigt werden, die man hören möchte. Das ist durchaus legitim und gängige Praxis, daher aber auch nicht mehr als sich Gegenseitig auf die Schulter klopfen.

    Der Artikel spiegelt eben die besondere Art zu denken, oder besser das Rollenverständis eines Jägers dar. Man sieht sich als Regulierer in einer Kulturlandschaft, wo kein Gleichgewicht mehr herrscht. Man vergisst, dass es sich lediglich um Verschiebungen des dynamischen Gleichgewichtes handelt. Als Jäger muss man bestimmte Arten niederhalten, damit andere Arten überleben können. Dies ist sehr kurzfristig gedacht und man vergisst, dass Räuber und Beute bestens aneinander angepasst sind und durchaus auch ohne menschliche Eingriffe miteinander auskommen können. Es wird wieder mit der Zunahme einiger Prädatoren argumentiert (Wanderfalke, Luchs), wobei man vergisst, dass es natürliche Mechanismen gibt, die der Populationsgröße Grenzen setzen (Reviersysteme etc.).

    Und frisst der Fuchs dann doch das letzte Ei einer Vogelart in einem bestimmten Gebiet, dann ist sicherlich nicht der Fuchs für das Verschwinden dieser Art verantwortlich. Verbessert man die Lebensraumqualität, dann kehren viele der lokal verschwundenen Arten ganz von alleine zurück und können sich auch ohne Bejagung halten. Der menschliche, kontrollierende/regulierende Eingriff erübrigt sich somit.

    Letztlich war es der Mensch der viele dieser jetzt zurückkehrenden Prädatoren durch Bejagung an den Rand der Ausrottung brachte – aus falschem Konkurrenzdenken, was leider immer noch existiert. Nur wird dies jetzt eben besser verpackt.
    Neozooen stellen hier sicherlich eine Besonderheit dar, da sie neu für die jeweiligen Ökosysteme sind. Letztlich gibt es derzeit keine einzige Studie die zeigt, dass Neozoen zur Ausrottung einer anderen Art geführt haben. Es mag zu lokalen Populationsgrößenveränderungen von Arten mit ähnlichen ökologischen Nischen kommen – mehr aber auch nicht.
    Immerhin wird in den Ausführungen die Fallenjagd als nur eine Maßnahmen von vielen dargestellt und die zusätzliche Lebensraumverbesserung angeführt. Dann schleicht sich aber wieder der Denkfehler und die kurzfistige Art zu denken ein:

    „Dann wurde die Jagd verboten. Seitdem ist die Brutvogelwelt auf fast null herunter“, berichtete Schneider, und betonte: „Wir sind als Naturschützer auf die Unterstützung der Jäger angewiesen.“

    Nicht das Wegfallen der Jagd führte zum Rückgang der Brutvogelwelt, sondern der offensichtlich (noch) nicht geeignete Lebensraum. Dies gilt es durch weitere Naturschutzmaßnahmen zu verbessern – nur leider wäre dann eben nichts zum Schießen und die Fallen blieben leer und das will man als Jagdausübender logischerweise nicht.

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  3. Herr Eversheim,

    o Ohne Prädatorenbejagung geht es nicht!
    Dies war nicht nur das Fazit der Veranstaltung sondern vor allem das Motto. Hier wurde von Jägern für Jäger referiert. Von daher ist es nicht verwunderlich, daß die von Jägerseite gewünschten Ergebnisse dabei herauskamen.

    Allerdings decken sich diese Ergebnisse überhaupt nicht mit unabhängigen und neutralen wildbiologischen Studien.

    Nur mal das Beispiel Waschbär. Wirklich wissenschaftliche Studien haben nämlich herausgefunden, daß eine verstärkte Bejagung eine höhe Reproduktionsrate nach sich zieht. Ebenso hat man herausgefunden, daß von Waschbären eben nicht die grosse Gefahr für andere Tierarten ausgeht wie von Jägern immer behauptet. Dies trifft auch auf den Marderhund zu.

    Sie können sich hierüber gerne einmal mit Dr. Ulf Hohmann, der im Harz die Waschbären erforschte oder mit Herrn Dr. Uwe Michler vom Waschbärprojekt Müritz Nationalpark unterhalten.
    Diese Forschungsarbeiten kommen zu einem gänzlich gegenteiligen Ergebnis als in den Vorträgen des Jägersymposiums dargestellt.

    Sie können gerne einmal erklären, warum die Jägerschaft solche wissenschaftlichen Fakten nicht wahrnehmen will.

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